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2026-05-13

Tag 9 (T: 87 Km / G: 780 Km)

Um sieben bin ich wach geworden. Die Nacht war kalt, aber ich habe mich warm eingepackt und sie gut überstanden. Jetzt sind es schon etwa 10 Grad, und laut Wetter-App kann das Thermometer heute auf 15 bis vielleicht 17 Grad hochklettern. Es wird zwar nicht sonnig, es sollte aber keinen Regen geben.

Um 9 Uhr kommt dann doch die Sonne raus, und ich nutze das sofort, um mein Zelt vom nächtlichen Tau zu trocknen.

Viertel vor zehn fahre ich los. Ich starte wie gestern erst ohne Regenjacke. Nach 25 km entscheide ich mich doch, diese anzuziehen. Der Wind ist stark und kalt. Es ist zwar nicht immer Gegenwind, aber trotzdem unangenehm. Man spürt schon, dass der nächste Regen bald kommen wird.

Um 13 Uhr, kurz hinter Tournus, finde ich einen Rastplatz und mache Mittagspause. Die weitere Fahrt ist sehr mühsam. Der kalte Wind kommt mehr von vorne, meine Beine sind müde, und es ist schwer, sich zu motivieren.

Ab morgen Mittag soll es wieder regnen und erst am Freitagabend aufhören. Den ganzen Freitag im Regen zu radeln, will ich mir nicht antun. Ich entscheide mich für einen Tag Regenerationspause, und zwar in Lyon. Heute fahre ich noch möglichst weit Richtung Lyon, und morgen gehe ich dort für zwei Nächte ins Hotel. Dieser Plan gefällt mir.

Um 16 Uhr komme ich nach Mâcon. Ich biege von der Route ins Stadtzentrum ab und schiebe mein Fahrrad durch die Fußgängerzone.

Aus der Gegenrichtung kommt ebenfalls ein Radfahrer, der sein schwer beladenes Fahrrad schiebt. Wir erkennen uns wieder und begrüßen uns lächelnd. Wir haben diese Nacht auf demselben Campingplatz übernachtet. Wir hatten dort zwar nicht miteinander gesprochen – ich war zu sehr mit meiner Fahrradkette beschäftigt –, aber uns von Weitem zugewunken. Jetzt sehe ich erst, wie riesig der Kerl ist: mindestens einen Kopf größer als ich. Er kommt aus den Niederlanden und fährt Richtung Mittelmeer. Bis Arles haben wir die gleiche Route, wir sehen uns also bestimmt wieder.

An der Uferpromenade esse ich eine Bowl an einem Imbiss. Das war sehr gut und nicht teuer. Jetzt fahre ich noch ca. 20 km zum nächsten Campingplatz. Für morgen bleiben dann nur noch ca. 60 km bis Hotel in Lyon.

Kurz nach 18 Uhr bin ich am Campingplatz angekommen. Leider ist die Rezeption schon zu. Für verspätete Gäste hängt dort eine Information mit einem QR-Code, um den Check-in selbst zu erledigen. Das tue ich auch. Morgen soll ich nur um neun Uhr wiederkommen, um die weiteren Formalitäten zu erledigen.