Tag 50 (T: 103 Km / G: 3869 Km)
Gestern hat Frankreich bei der Fußball-Weltmeisterschaft gespielt. Die Fußball-WM habe ich gar nicht im Fokus. Durch den Zeitunterschied zwischen dem Austragungsort und Europa war das Spiel sehr spät und endete etwa um 3 Uhr. So lange hat auch das Public Viewing neben dem Campingplatz gedauert.
Trotzdem wache ich um halb sieben auf und stehe auf. Ein Radfahrer, der gestern in der Nähe sein Zelt aufgestellt hat, ist schon weg. Fleißig.
Ich mache mir auch heute einen Mokka und packe alles zusammen. Zum Frühstück habe ich nichts und werde unterwegs etwas essen, wahrscheinlich in Beaugency, der nächsten größeren Ortschaft.
Der Tag heute sollte noch heißer werden als der gestrige. Gestern habe ich mehr als 8 Liter Wasser und Säfte getrunken. Ich bereite mich auf den heutigen Tag vor: Neben den zwei Trinkflaschen am Fahrrad fülle ich auch eine 1,5-Liter-Plastikflasche auf. Diese wird tief in der Packtasche versteckt, um sie möglichst lange kalt zu halten. Kurz nach acht fahre ich los.

In einer Stunde bin ich in Beaugency angekommen. Die Ortschaft ist gar nicht so groß, wie ich erwartet habe. Trotzdem – oder wahrscheinlich deswegen – ist es gar nicht einfach, eine Bäckerei zu finden, wo man ein Sandwich und auch Kaffee bekommt und das auch noch an einem Tisch essen kann. Am Ende ist mir das dann doch gelungen, und sogar in einer klimatisierten Bäckerei. Um 10 Uhr geht es weiter in Richtung Orléans.

Der Radweg heute ist von Sonne überflutet, kein Schatten. Als ich nach 20 km in einem Park eine Bank im Schatten sehe, halte ich dort an und mache eine längere Pause. Bis nach Orléans ist es nicht mehr weit, aber jetzt brauche ich diese Pause.

Bei der Gelegenheit befestige ich jetzt die hintere Packtasche oben auf dem Gepäckträger. Seit ein paar Kilometern drückt sie sich immer stärker an das Schutzblech und ich habe Angst, dass wieder etwas kaputt geht.

Um 13 Uhr treffe ich in Orléans die Jeanne d’Arc. Ich schiebe mein Fahrrad auf den schattigen Seiten der Straßen durch die Stadt, um ein bisschen Abkühlung zu bekommen, und kaufe in einem Laden 1 Liter Fruchtsaft und 1,5 Liter Wasser.





Um 14 Uhr verlasse ich die Stadt und bin wieder auf dem sonnigen Radweg. Heute habe ich keine einzige Stelle gesehen, wo man sich mit Wasser versorgen kann. In Jargeau fahre ich wieder zum Supermarkt und kaufe mir zwei Ein-Liter-Fruchtsäfte, die ich gleich austrinke.
Ich prüfe, welche Campingplätze es demnächst nah am Radweg gibt. Kurz vor Sully-sur-Loire gibt es einen Campingplatz, der mir passt; es sind nur noch 26 km zu fahren.
Am Campingplatz bin ich um 18 Uhr. Es hat sich doch ein bisschen gezogen, und zum Schluss hatte ich immer stärkeren Gegenwind.


Nachdem ich mein Zelt aufgebaut habe, fahre ich schnell zum Supermarkt in der Nähe und kaufe mir etwas zum Abendessen.
