Madrid 2026

5. Mai – 1. Juli 2026

Vorgeschichte

Zu dieser Reise hat mich ein Arbeitskollege aus Spanien inspiriert. Nachdem er erfahren hatte, dass ich große Touren mit dem Fahrrad plane, meinte er, ich solle unbedingt einmal Spanien besuchen. Er schickte mir Informationen über Radwege auf stillgelegten Bahntrassen. Auf solchen Wegen fährt es sich sehr angenehm, da die Steigungen deutlich moderater ausfallen als auf normalen Straßen oder Radwegen.

Tatsächlich gibt es in Spanien einige dieser Routen – leider sind sie oft relativ kurz und für meine geplante Tour nur schwer zu integrieren. Trotzdem habe ich mich entschieden, Spanien als Ziel meiner großen Radreise im Jahr 2026 zu wählen. Ich war noch nie dort, also wird es höchste Zeit.

Eigentlich wäre es angenehmer gewesen, spätestens Anfang Mai in Spanien anzukommen, bevor die große Hitze einsetzt. Doch das ließ sich nicht einrichten, denn dafür hätte ich bereits Anfang April starten müssen. Einerseits war das Wetter zu dieser Zeit zum Zelten noch wenig geeignet – ich wollte ja von Augsburg aus losradeln –, andererseits habe ich Anfang Mai meinen Termin zur Krebsnachsorge, den ich nicht verschieben konnte. Damit steht fest: Der 5. Mai wird der erste Tag meiner neuen Abenteuerreise.

Fazit

(07.07.2026)

Auch die zweite große Reise ist nun vorbei. Nach 57 Tagen und mehr als 4.500 Kilometern bin ich wieder zu Hause angekommen.

Es war eine Tour, die anders verlaufen ist als geplant. Die anhaltende Hitze und die schwierigen Bedingungen in den spanischen Bergen haben mich gezwungen, den Rückweg zu verändern. Ich habe es mir nicht mehr zugetraut, von Madrid nach San Sebastián mit dem Fahrrad zu fahren. Auch die Strecke quer durch Frankreich nach Clermont-Ferrand habe ich durch flachere Routen entlang der Atlantikküste und der Loire ersetzt.

Habe ich die Herausforderungen überschätzt?

Ja, das kann ich heute ganz klar sagen. Sowohl die körperlichen als auch die mentalen Belastungen habe ich unterschätzt beziehungsweise die Herausforderungen überschätzt. Wie schon bei der Nordkap-Tour war auch diesmal die Einsamkeit eine emotionale Belastung. Am Anfang war ich euphorisch, wieder einmal auf einer großen Reise zu sein. Ich habe die Autoschlangen vor den Tankstellen kurz vor 12 Uhr belächelt und meine Unabhängigkeit genossen. Nach etwa sechs Wochen wollte ich jedoch nur noch so schnell wie möglich nach Hause kommen, und mein Interesse daran, Neues anzuschauen und zu erleben, ließ deutlich nach.

Ich neige dazu, zu viele Sachen mitzunehmen. Die Brüche am Gepäckträger haben mir das deutlich gezeigt. Auf jeden Fall muss ich das mitzunehmende Gewicht künftig sehr genau betrachten und gegebenenfalls reduzieren. Ich muss Rolands Prinzip umsetzen und alles auf das absolute Minimum reduzieren.

Ob Packtaschen oder ein Anhänger die bessere Lösung sind, kann man pauschal nicht sagen. Einen Anhänger im Zug mitzunehmen, kann problematisch sein. Wenn es aber – wie in Spanien – ohnehin nicht einfach möglich ist, auch das Fahrrad mitzunehmen, spielt das kaum noch eine Rolle.

Ich muss meinen Fokus auch vom Gedanken „mit dem Rad möglichst weit kommen“ hin zu „unterwegs mehr genießen“ verlagern. Die Möglichkeit, einzelne Abschnitte mit dem Zug zu überbrücken, werde ich künftig stärker in meine Planung einbeziehen. Außerdem möchte ich die Tagesetappen flexibler gestalten und an interessanten Orten auch einmal spontan länger bleiben.

Wann und wohin mich die nächste Tour führen wird, weiß ich noch nicht. Vielleicht schon im Herbst, vielleicht aber auch erst im Mai 2027. Zunächst muss ich diese Reise verarbeiten, die auch von einem tragischen Ereignis überschattet wurde. Der tragische Unfalltod von Thomas wird mich weiterhin begleiten – nicht nur auf meinen Touren.