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2026-06-18, Donnerstag

Tag 45 (T: 64 Km / G: 3394 Km)

Kurz vor sieben bin ich wach. Langsam stehe ich auf und packe meine Sachen. Gestern habe ich mir auch etwas fürs Frühstück gekauft. Ich überlege mir noch, ob ich jetzt frühstücken sollte oder erst unterwegs anhalten und essen soll. Dann kann ich noch ein paar Kilometer fahren, bevor es heiß wird.

Ich schaue mir den Himmel an; es ist bewölkt und von Westen her sogar stark. Das sieht nach Regen aus. Tatsächlich, es fängt an zu tropfen. Dass es so was wie Regen gibt, habe ich schon fast vergessen. Gut, dass ich das Zelt noch nicht abgebaut habe. Ich setze mich also wieder ins Zelt rein und warte ab. Laut Wetterprognose soll der Regen bis 10 Uhr aufhören. Die Frühstücksfrage hat sich hiermit auch geklärt; jetzt kann ich die Zeit nutzen und frühstücken.

Der Regen war sogar schon kurz nach neun Uhr weggezogen. Ich packe die restlichen Sachen und bin langsam fertig. In der Früh habe ich meine Powerbank im Waschraum an einer freien Steckdose angeschlossen und geladen. Jetzt hat es wegen des Regens länger gedauert und sie müsste fast vollständig aufgeladen sein. Ich gehe sie holen, aber zu meiner Überraschung sind weder die Powerbank noch das Ladegerät da. Das ist nicht gut. Ohne Powerbank wird es schwer, unterwegs das Smartphone und das Navi mit Strom zu versorgen, aber ohne Ladegerät ist es gar nicht mehr möglich. Ich habe am Fahrrad einen Charger installiert, der den Strom vom Nabendynamo nutzt, das ist aber nicht genug für alle Geräte und mehr als Reserve gedacht.

Ich gehe zu der Rezeption. Vielleicht hat jemand es dort abgegeben? Leider nicht. Die Damen verstehen mein Problem und bieten mir an, mit einem Mitarbeiter in die Stadt zum Supermarkt zu fahren und mir ein neues Ladegerät zu kaufen. Das Angebot nehme ich gerne an. Mit dem Auto sind wir schnell im Supermarkt, und der Mitarbeiter kennt sich aus und bringt mich in die richtige Abteilung. Ich kaufe ein Ladegerät und auch eine Powerbank. Die neuen Geräte haben jetzt alle nur den kleinen USB-C-Stecker und -Anschluss. Damit kann ich aber das Navi nicht laden; das wird dann nur über den Fahrrad-Charger versorgt. Hoffentlich wird es so funktionieren.

Um 11 Uhr kann ich endlich starten. Es ist inzwischen heiß geworden. Der Radweg schlingt sich zwischen der Küste und dem Sumpfgebiet dahin. Ich verliere immer wieder den EV1-Radweg und schaue auf die Karte, um die Richtung fürs Weiterradeln zu bestimmen. Dass es hier so viel Sumpf gibt, sieht man aus der Fahrradperspektive nicht. Erst ein Blick auf die Karte macht es deutlich.

Nach 20 km verliere ich den Radweg wieder und lande auf einer Straße. Nach dem zweiten großen Kreisverkehr ohne die EV1-Wegweiser entscheide ich mich, den Radweg nicht mehr zu suchen, sondern direkt nach Nantes zu fahren. Ich muss zwar auf Straßen mit vielen Autos fahren, spare mir aber viele Kilometer.

In Port-Saint-Père gibt es einen Campingplatz. Es ist bereits halb sechs und eine gute Zeit, um sich für eine Übernachtung zu entscheiden. Bis Nantes bleiben mir noch mehr als 20 km; diese lasse ich für morgen und fahre zu dem Campingplatz.

(Zwischen Machecoul und Sante-Pazanne hat Navi die Strecke nicht registriert und 10 km zu wenig gezählt.)

Direkt neben dem Campingplatz ist eine überdachte Bühne, wo heute eine private Veranstaltung mit einer Liveband stattfindet. Ich darf bis Mitternacht ein bisschen mithören.