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2026-06-17, Mittwoch

Tag 44 (T: 98 Km / G: 3330 Km)

Um sieben Uhr stehe ich auf. Heute muss ich wieder bis neun Uhr warten, bis die Rezeption öffnet. Ohne Eile packe ich meine Sachen und mache mir sogar noch einen Mokka zum Frühstück dazu.

Kurz nach neun verlasse ich den Campingplatz und fahre ins Zentrum von Jard-sur-Mer, wo ich gestern das letzte Mal die Wegweiser der EV1 gesehen habe. Diese habe ich auch schnell wiedergefunden, leider bin ich zuerst in die falsche Richtung gefahren. Die Wegweiser haben meistens nur einen Richtungspfeil, aber keine Zielorte. Erst nach ein paar hundert Metern sehe ich den Hinweis mit 18 km nach La-Tranche-sur-Mer. Dort war ich gestern, also: umdrehen und zurück! Meine Richtung ist zuerst Les-Sables-d’Olonne.

Am Morgen war es noch bewölkt, der Himmel hat sich aber inzwischen geöffnet und es ist sonnig. Gestern hatte ich keine Möglichkeit, im Atlantik zu baden, da der Campingplatz ein paar Kilometer von der Küste entfernt war – aber nach dem kühlen Tag hatte ich sowieso keine Lust darauf. Heute wird es wahrscheinlich die letzte Übernachtung an der Küste sein. Vielleicht bin ich bis zum Abend wieder reif dafür, ein bisschen im kühlen Atlantik zu baden.

Nach 25 km erreiche ich das Zentrum von Les-Sables-d’Olonne. Diese Stadt ist inzwischen eine echte Urlaubsmetropole geworden. Ich sehe keine EV1-Wegweiser und folge einfach dem Hauptradweg an der Uferpromenade, bis ich aus der Stadt herauskomme. Und jetzt gibt es auch die EV1-Wegweiser wieder.

Der Radweg führt momentan im Zickzack durch sumpfige Gebiete. Nach 40 km finde ich eine gute Raststelle und mache mal eine längere Pause. Es ist bereits 13 Uhr, meine Trinkflaschen sind fast leer und in der nächsten Ortschaft gibt es einen Supermarkt. Dort muss ich hin.

Im Supermarkt kaufe ich mir drei Rosinenbrötchen und etwas zum Trinken. Die Brötchen esse ich auch gleich; das Frühstück war schon lange her und inzwischen habe ich ordentlich Hunger.

Ab dem 50. Kilometer gibt es starken Gegenwind. Es kostet mich viel Kraft und ich komme nicht so schnell voran. Ich werde den Campingplatz, den ich mir am Morgen ausgesucht habe, nicht mehr erreichen – er ist einfach zu weit. Hinter Saint-Jean-de-Monts gibt es einige Campingplätze, ich werde versuchen, dort einen zu erreichen.

Ich brauche wieder eine Pause, habe gerade 75 km hinter mir. Im Schatten eines Baumes kann ich mal eine längere Pause machen und auch ein paar Früchte von dem Baum pflücken.

Kurz vor 18 Uhr komme ich an dem Campingplatz an, der direkt an der EV1 liegt, und bekomme einen Platz. Leider sind der Laden und auch das Restaurant noch nicht geöffnet – erst in der Hochsaison im Juli und August. Ich fahre dann noch einmal in die Stadt in einen Supermarkt und kaufe mir etwas zum Essen für den Abend und gleich fürs Frühstück.

Der Campingplatz liegt ein paar Kilometer von der Küste entfernt, aber heute bin ich von dem kalten Wind so abgekühlt, dass ich statt eines erfrischenden Bads im Atlantik eher eine heiße Dusche brauche. Somit passt es schon, und ich genieße tatsächlich die heiße Dusche.