Tag 42 (T: 99 Km / G: 3134 Km)
Halb acht ist eine noch bessere Zeit, um aufzustehen. Gestern bin ich früh eingeschlafen und heute auch früher wach gewesen. Ich packe meine Sachen und kurz vor acht Uhr bin ich schon mit dem Fahrrad vor dem Laden auf dem Campingplatz. Ich kaufe mir zum Frühstück drei Rosinenbrötchen – die sind aber kleiner als die, die ich in Ostfrankreich gegessen habe – und ich bekomme sogar einen Kaffee.
Nach dem Frühstück, um 8:15 Uhr, fahre ich dann los. Zu dieser Zeit ist es noch frisch, mit 22 Grad aber ganz angenehm zu fahren.

Der Radweg geht wieder durch Wälder, die hier aber einen anderen Charakter haben. Es sind weniger Pinien, mehr Laubbäume und der Radweg ist von Sträuchern gesäumt. Der Schatten ist viel dichter als in dem Forst vorher. Ich fahre etwa 20 km auf diesem schattigen, schnurgeraden Radweg, bis plötzlich eine Umleitung angezeigt wird. Diese geht weitere 15 km im Zickzack durch die Dörfer und Felder auf schlechten Straßen.


Danach, bis kurz vor Rochefort, ist der EV1 – oder Vélodyssée, wie er hier genannt wird – ein einfacher Radweg durch Felder und Wälder, nicht mehr asphaltiert, aber gut zu fahren. Nah am Radweg ist ein Supermarkt. Ich kaufe mir dort viel zum Trinken, da meine beiden Trinkflaschen bereits leer sind, und dazu noch Bananen und drei Croissants. Ich habe inzwischen Hunger und die Croissants und Bananen esse ich gleich.
Es kommen immer wieder Umleitungen. In Rochefort verliere ich den EV1-Radweg und komme deshalb ins Zentrum. Ich mache erst einmal eine Pause und kaufe mir zwei Kugeln Eis.
Der Radweg muss durch die einzige Brücke gehen, also stelle ich das Navi auf diese Brücke ein und fahre dorthin. Tatsächlich finde ich hier den EV1-Radweg wieder. Jetzt geht es Richtung La Rochelle weiter und langsam muss ich einen Campingplatz suchen.
Der erste Campingplatz hat keine Plätze mehr frei. Ich fahre noch ein paar Kilometer weiter und in La Cabane Croisée habe ich einen Platz bekommen.


Ich nutze wieder die Möglichkeit, im Atlantik zu baden. Der Strand hier ist durch Wellenbrecher geschützt und es gibt nur kleine Wellen. Ich kann, ohne mich durchkämpfen zu müssen, ganz einfach rausschwimmen und das Meer genießen. Nach ein paar Minuten bezieht sich der Himmel plötzlich und eine Art Nebelwand zieht durch. So was Ähnliches habe ich damals an der Küste in Spanien beobachtet. Ohne Sonne wird es kühler und ungemütlich. Einige Leute gehen gleich weg. Ich entscheide mich auch, zurück zum Campingplatz zu gehen. Schade, ich hätte gerne noch ein paar Minuten das Baden genossen.
