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2026-06-13, Samstag

Tag 40 (T: 35 Km / G: 2963 Km)

Heute stehe ich ohne Eile um halb acht Uhr auf. Zuerst wechsle ich den Reifen, dann gehe ich zum Supermarkt auf dem Campingplatz und kaufe mir zum Frühstück ein Baguette, Käse, Schinken und zwei rote Paprika. Das esse ich dann gleich an den schattigen Tischen beim Pizzastand, der noch nicht geöffnet ist, sodass die Tische frei sind.

Ich esse lieber ausreichend zum Frühstück, damit ich dann nicht während, sondern erst am Ende des Tages wieder nach Essen schauen muss. Das lässt sich besser mit der Suche nach einer Übernachtung vereinbaren.

Erst um halb zwölf bin ich losgefahren. Spät, aber heute muss ich ein bisschen langsamer treten. In den Beinen spüre ich noch die Strapazen von gestern. Und es ist ein heißer Tag, die Temperaturen haben bereits die 30-Grad-Marke überschritten.

Der Radweg hat sich weiterhin nicht verändert. Wie die Übersichtskarte zeigt, liegt zwischen Hossegor und Royan ein riesiges Forstgebiet, wahrscheinlich das größte in Frankreich. Es ist mir erst jetzt aufgefallen. Deswegen gibt es so wenige Ortschaften und der Radweg verläuft so oft durch Wälder.

Heute fällt es mir tatsächlich schwer zu fahren. Kurz nach 14 Uhr habe ich die zweite Trinkflasche fast leer getrunken. Und ich bin bis jetzt noch keine 30 km weit gefahren.

Gestern an der Rezeption hat mich eine junge Frau bedient, die in Augsburg zwei Monate eine Schulausbildung gemacht hat. Sie sprach mit mir natürlich Deutsch. Als ich überlegte, auf dem Campingplatz zwei Nächte zu bleiben, erklärte sie mir, dass es für Radfahrer einen günstigen Tarif nur für eine Übernachtung gibt. Bei zwei Nächten wird es der normale, deutlich teurere Tarif sein.

Somit war mir klar: Es ist besser, statt eines Ruhetags einen kurzen Tag zu machen und an einem neuen Platz zu übernachten. Vielleicht ist heute so ein kurzer Tag? Ich prüfe, wo der nächste Campingplatz ist. Es sind nur noch 6 km zu fahren. Das mache ich heute so: Ich bleibe auf dem nächsten Campingplatz.

Ich stelle mein Zelt auf, ziehe meine Badehose an und gehe zum Strand. Heute habe ich Lust, in den Atlantik zu springen.

Vom Campingplatz zum Strand sind es 300 Meter, dann kommen noch weitere 100 sandige Meter, um ans Wasser zu kommen. Der Sand ist so heiß, dass ich gleich meine Flip-Flops wieder anziehe.

Es sind viele Surfer da. Die Wellen sind ganz schön hoch, das sehe ich erst richtig, als ich direkt am Wasser bin. Ich versuche, mich durch die Wellenkronen zu kämpfen, um in die etwas ruhigere Zone hinter den schäumenden Wellen zu kommen. Nach mehreren Versuchen erwische ich die Lücke zwischen zwei Wellen und bin so weit draußen, dass über mir keine Welle mehr bricht und ich auf der Oberfläche der Wellen schwimmen kann. Ich bekomme das Gefühl, dass mich jede Welle weiter weg ins Meer zieht. Bevor es zu spät wird, schwimme ich zurück ans Ufer. Zum Schluss überrollen mich die Wellen und spucken mich an den Strand aus. Meine Ohren sind voll Wasser und in meinem Mund ist Sand.