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2026-06-12, Freitag

Tag 39 (T: 119 Km / G: 2928 Km)

Heute bin ich ein bisschen später aufgewacht, erst um Viertel vor acht. Gestern habe ich doch einige Kilometer geschafft und ich brauchte diesen Schlaf wohl.

Zuerst esse ich mein Müsli, dann fange ich an, meine Sachen zu packen. Die Sonne entwickelt langsam ihre Kraft und es wird wärmer. Von dem, was ich gestern gekauft habe, sind jeweils die halbe Packung Käse und Schinken sowie das zweite Baguette übrig geblieben. Ich lasse das Zelt noch stehen, es soll jetzt in der Sonne trocknen, und esse das Baguette mit Käse und Schinken, danach natürlich auch einen Mokka. Heute habe ich gut gefrühstückt.

Inzwischen ist das Zelt gut getrocknet. Ich packe es zusammen und bin fertig für den Start. Es ist etwa 10 Uhr. Heute wird es ein warmer Tag, keine Wolken weit und breit.

Der EV1-Radweg bleibt weiterhin gut, durchgehend asphaltiert, mal schattig, mal in der Sonne.

Hinter Biscarrosse geht es Richtung Westen und führt hinter einer riesigen Düne parallel zur Küste. Der Weg bleibt konsequent und führt an den Ortschaften vorbei. Da ich heute gut gefrühstückt habe, werde ich es lange ohne Essen aushalten.

Um 13 Uhr, nach 50 km, finde ich kurz vor Biganos eine schattige Bank und mache eine längere Pause.

Bei Km 57 verlasse ich meine ursprüngliche Route, die Richtung Bordeaux führt, und fahre weiter auf der EV1. Jetzt muss ich auf die EV1-Hinweise achten, da mein Navi diese Route nicht kennt. Ab jetzt ist es ein Traum-Radweg: guter Asphalt, breit und schnurgerade – wahrscheinlich eine stillgelegte Bahnstrecke.

Um Viertel nach drei, nach 77 km, mache ich noch mal eine längere Pause. Ich kann zwar noch ein paar Kilometer weiterfahren, aber eigentlich ist es Zeit, einen Campingplatz zu finden. Es gibt einige Campingplätze in der Nähe, aber ich weiß nicht, wie die EV1 weiter verläuft. Ich werde einfach in einer Stunde einen Campingplatz auf der Strecke nehmen. Was kommt, das kommt. Und ich fahre weiter.

Hinter Arès biegt die EV1 nach Westen Richtung Küste ab und verlässt den schönen „Speedway“. Dieser Abschnitt ist zwar nicht so gut wie der vorherige, aber immerhin gut genug.

Kurz danach spüre ich eine Unwucht am Hinterrad. Das macht mich unruhig und ich halte an. Die Ursache habe ich schnell gefunden: Der Hinterreifen ist beschädigt. Es ist klar: Der Hinterreifen wird angetrieben und ist somit stärker belastet als der vordere und ist inzwischen stark abgenutzt. Ich habe schon länger mit dem Gedanken gespielt, ihn bald zu wechseln.

Jetzt ist ein Fahrradladen wichtiger als ein Campingplatz – es soll am besten in der Nähe eines Campingplatzes sein. Das gibt es erst in Lacanau-Océan, etwa 35 km entfernt. Der Laden hat noch bis 19 Uhr offen. Das ist zu schaffen. Ich lasse die Luft aus dem Reifen auf das Minimum ab und versuche, bis zum Fahrradladen zu fahren.

Es fühlt sich schwammig und schwergängig an, aber ich fahre Kilometer für Kilometer weiter. Kurz vor 19 Uhr bin ich tatsächlich da und ein passender Reifen wurde gefunden. Ich bin gerettet!

Vom Fahrradladen bis zum Campingplatz ist es nicht mehr weit, und um Viertel nach sieben bin ich dort. Den Reifen werde ich erst morgen tauschen, heute will ich nur noch duschen und etwas essen.

Danach gehe ich zum Strand. Ich werde heute nicht mehr ins Wasser gehen, dafür bin ich viel zu müde. Ich schaue mir nur noch die Weite des Atlantiks an. Es ist schon beeindruckend – man fühlt sich so klein und unbedeutend davor.