Tag 18 (T: 95 Km / G: 1518 Km)
Heute ist Freitag und ich wollte möglichst nah an die Grenze nach Spanien kommen. Auf dem Weg möchte ich auch die Stadt Perpignan besuchen. Ich werde meinen geplanten Track verlassen, da er ohnehin im Süden an dieser Stadt vorbeiführt.
Die geplante Wäsche meines Fahrrads hat sich auf die Reinigung der Bremsen und der Kette beschränkt. Auf dem Campingplatz gab es keinen Wasserhahn draußen, an dem ich das hätte machen können.
Um 9:20 Uhr verlasse ich den Campingplatz. Heute konnte ich die schneebedeckten Gipfel der Pyrenäen sehen. Zum Glück werde ich an den größten Gipfeln vorbeifahren.

Ich versuche zuerst, auf dem Radweg zu fahren. Nach kurzer Zeit komme ich an eine überschwemmte Stelle, die ich nicht überwinden kann, ohne mich und das Fahrrad wieder komplett einzudrecken. Das ist das erste Hindernis dieser Art, aber vielleicht nicht das letzte auf diesem Weg. Ich entscheide mich, zur Straße D708 zurückzukehren und heute auf der Straße weiterzufahren.

In Fitou mache ich eine kurze Pause und trinke in einer Bar, die hauptsächlich von Fernfahrern besucht wird, einen Kaffee und esse zwei Rosinenbrötchen. Der Kaffee ist sehr gut, die Brötchen sind okay.

Auf der Straße gibt es durchgehend einen Seitenstreifen von einem halben Meter, den ich gut nutzen kann, und ich komme schnell voran. Manchmal wird der Streifen sogar so breit wie eine normale Spur. Mich wundert, dass es hier kein Verbot für Radfahrer gibt. Oder habe ich es vielleicht übersehen?
Nein, das habe ich nicht. Kurz vor Rivesaltes wird die Straße vierspurig und es kommt doch ein Verbotsschild – Fahrräder, Mofas und Fußgänger dürfen nicht weiter und müssen abbiegen. Jetzt kämpfe ich mich mühsam durch die Vororte in Richtung Perpignan und verliere an Tempo. Um 13 Uhr, nach 47 km, erreiche ich die Altstadt von Perpignan.




Ich schiebe mein Fahrrad durch die Gassen und schaue mir in Ruhe die Stadt an.


In einem kleinen Lokal entscheide ich mich für ein Mittagessen. Ich mag lieber kleine Restaurants, wo die Auswahl begrenzt ist, aber das Essen meistens frisch zubereitet wird. Auch hier war es so: Der Caesar Salad war sehr gut.


Um 14 Uhr verlasse ich die Altstadt und fahre dann Richtung Le Boulou. Es ist die letzte Stadt vor der spanischen Grenze und wahrscheinlich werde ich dort übernachten.
Nach Le Boulou komme ich früher als ich dachte. Es ist kurz nach vier und ich könnte noch ein Stück weiter radeln. Allerdings kommt jetzt eine große Steigung und ich sollte mich nicht verkalkulieren. Die nächste Stadt ist La Jonquera und liegt schon auf der spanischen Seite. Bis dorthin sind es ca. 20 km und die ersten 10 km gehen nur bergauf. Diese Strecke traue ich mir noch zu und buche gleich ein Hotel dort.




Die Strecke ist für ein schwer beladenes Fahrrad nicht einfach, aber sie ist sehr schön geführt und in guter Qualität. Ich bin mehr und mehr begeistert, doch dann komme ich an eine Stelle, an der ich denke: Das muss ein Fehler sein. Bei einem Friedhof zeigt ein Hinweisschild, dass man nach La Jonquera jetzt von der Straße links abbiegen muss. Da ist aber keine Straße mehr, sondern nur ein Wanderweg, der steil nach unten führt. Nach der Prüfung aller möglichen Karten musste ich feststellen, dass das tatsächlich der einzige Weg ist.




Bis La Jonquera sind es noch etwa 7 km und ich werde mein Fahrrad den Weg schieben müssen. Mit einem leichten Mountainbike wäre es vielleicht möglich, den Weg zu befahren, mit meinem Fahrrad ist das nicht machbar. Zum Glück war es nicht auf dem gesamten Weg so schlimm. Es wechseln sich fahrbare und nicht fahrbare Abschnitte ab, sodass ich mir zugetraut habe, auf dem holprigen Weg immer wieder ein Stück zu fahren. Um sieben Uhr kam ich am Hotel an.



