Tag 31 (T: 81 Km / G: 2486 Km)
Wieder bin ich um halb sieben wach. Der Verkehr auf der Autobahn hört sich im Hotelzimmer – trotz geringer Entfernung – deutlich schwächer an als im Zelt.
In der Bar ist die Auswahl die gleiche wie gestern Abend. Ich nehme zum Frühstück ein Stück Tortilla (hat mir gestern gut geschmeckt), einen Croissant und zwei Americanos.
Kurz nach acht Uhr mache ich mich auf den Weg. In dem Raum, wo ich gestern mein Fahrrad abgestellt habe, standen heute noch zwei E-Roller. Die Mitarbeiter, die damit hierhergekommen sind, nutzen bestimmt einen anderen Weg als über die Autobahn. Vor dem Hotel schaue ich mir noch mal die Gegend an. Auf der Karte im Navi sehe ich tatsächlich einen Wanderweg, der von dem Hotel auf eine Straße führt. Ich habe ihn hinter einem LKW entdeckt und versuche durchzukommen. Er ist meiner Meinung nach zu sandig und zu holprig für einen E-Roller mit kleinen Rädern, aber vielleicht ist das der Weg, der genutzt wird. Nach zwei Kilometern komme ich auf die Straße und direkt auch auf meine geplante Route. Ehrlich, in die andere Richtung hätte ich das gestern nicht finden können.
Das Wetter ist heute mit 17 Grad ähnlich frisch wie gestern, es fühlt sich aber wärmer an und ich verzichte auf die Weste.



Der gestrige Tag war seit Langem ein sehr angenehmer Tag zum Fahrradfahren. Die ein paar schwierigen Abschnitte gehören letztendlich auch dazu. Der heutige fängt ähnlich an und ich hoffe, es wird auch ein schöner.
Heute fahre ich sehr entspannt. Das Hotel in Humanes ist gebucht, dorthin sind es etwa 70 km. Ich bin früh losgefahren und werde diese Strecke ohne Probleme schaffen.




Der Weg wechselt wie gestern: ein bisschen auf der Straße, dann Schotterweg, dann wieder Straße und so weiter. Alle Wege sind gut zu fahren, auch die Schotterwege sind fast rennradtauglich (hier übertreibe ich ein kleines bisschen).


Und auch heute gab es wieder einen „Camino de Servicio“ entlang der Bahngleise und der Autobahn. Es waren aber nur kurze Verbindungsstücke, da der Weg auf den Straßen tatsächlich sehr weit gewesen wäre.



Kurz vor Argecilla kommt einen langen Abfahrt. Erst dachte ich, dass ich danach auf der anderen Seite des Tales wieder auf die gleiche Höhe hochfahren muss. Zum Glück verläuft die Route dann im Tal und führt mich raus aus den Bergen.


In Humanes bin ich schon um 15 Uhr angekommen – ein bisschen zu früh, denn der Check-in ist erst ab 16 Uhr.

Am Anfang des Ortes sehe ich ein Bar-Restaurant, das offen hat. In den kleinen Ortschaften auf dem Weg gab es keine Möglichkeit, um etwas zu essen; hier ist das die erste. Heute ist Fronleichnam und wahrscheinlich auch in Spanien ein offizieller Feiertag. Ich weiß nicht, welche Möglichkeiten sich heute noch bieten, und gehe rein. Ich bestelle Sepia als Hauptgang, vorher bekomme ich noch einen kleinen Salat. Kurz vor 16 Uhr fahre ich dann zum Hotel.



Der nette Kerl an der Rezeption hatte Probleme, mich im System anzumelden (in Spanien werden die Daten der Gäste meistens sehr genau erfasst). Leider spricht er nur Spanisch, was ich aber nicht verstehe. Zum Glück gibt es die Übersetzungs-App. Nach einer halben Stunde haben wir alles geklärt und ich darf in mein Zimmer.
Zum Schluss gehe ich in die Hotelbar, um etwas zu essen. Auch hier gibt es eine ähnliche Tortilla wie im letzten Hotel. Der Verdacht liegt nahe, dass es sich bei diesen Tortillas um ein industriell gefertigtes Gastronomieprodukt handelt. Ich nehme trotzdem ein großes Stück – und es schmeckt gut.
