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2026-06-03, Mittwoch

Tag 30 (T: 86 Km / G: 2405 Km)

In der Pension war die Nacht ruhig, weder die Straße noch die Nachbarn habe ich bemerkt. Um halb sieben, gut ausgeschlafen, stehe ich auf. Zum Frühstück habe ich einen Thunfisch aus der Dose mit einem Stück Baguette gegessen. Nicht viel, aber für den Anfang reicht es. Kurz nach acht Uhr breche ich auf.

In Alcolea de Pinar – das ist heute mein Ziel – gibt es zwei Möglichkeiten zu übernachten. Leider war keines dieser Hotels online zu buchen. Ich fahre dorthin auf Risiko, mal sehen, ob ich Glück habe.

Die Pension, in der ich heute übernachtet habe, war außerhalb der Ortschaft und ich fahre erst zurück durch Alhama de Aragón. Ich finde aber keine Bäckerei, Bar oder etwas Ähnliches, wo ich einen Kaffee und etwas zum Essen bekommen kann.

Der Tag fängt mit 15 Grad sehr frisch an. Das überrascht mich ein wenig und ich muss meine Weste in den Packtaschen suchen.

Der Weg führt heute wieder über Schotterwege. Diese sind aber von guter Qualität, überraschend.

In der nächsten Ortschaft sehe ich zwei Bars und in einer versuche ich, etwas zum Essen zu bekommen. Die Auswahl ist sehr begrenzt; wahrscheinlich sind es Sachen, die vom gestrigen Abend übrig geblieben sind. Trotzdem nehme ich die letzten zwei Würstchen im Käse-Teig-Mantel und dazu einen Americano.

Ich fahre weiter, die Temperatur ist auf 17 Grad gestiegen, was immer noch sehr frisch ist. Ich ziehe meine „Sonnenschutz-Armlinge“ an, jetzt passt es.

Inzwischen komme ich von dem Schotterweg auf eine asphaltierte Straße. Diese führt bergauf, aber sehr moderat und lässt sich gut fahren. Langsam aber konsequent komme ich immer weiter hoch. Wenn ich denke, jetzt gleich erreiche ich den Gipfel, dann kommt die nächste Kurve und die Straße geht weiter bergauf. Am Schluss sind es 1241 m ü. d. M. und es bleibt auf diesem Niveau.

Der Weg geht mal ein bisschen runter, dann wieder hoch, aber es pendelt um die 1200 Meter.

In den Ortschaften auf dem Weg kann ich heute meine Trinkflaschen immer wieder mit frischem, kaltem Wasser nachfüllen. Das Problem bis jetzt war, dass das Wasser in den Hotels, das ich für den Weg mitgenommen habe, immer lauwarm war und leicht nach Chlor geschmeckt hat. In den Ortschaften ist das Wasser aus den Brunnen kälter und ohne diesen Chlor-Geschmack. Auch wenn an den Brunnen ein Hinweis angebracht ist, dass es kein Trinkwasser ist, nehme ich es trotzdem.

Heute habe ich zum ersten Mal, seit ich Zaragoza verlassen habe, einen Radfahrer mit Packtaschen gesehen. Ich dachte schon, dass ich der Einzige bin, der die Idee hat, mit dem Fahrrad durch Spaniens Inland zu reisen. Es gibt davon nicht viele, aber immerhin schon mindestens zwei.

Der gute, asphaltierte Weg ändert sich doch, ich muss auf einem „Camino de Servicio“ entlang der Bahngleise fahren. Zum Glück sind es bis Alcolea de Pinar jetzt weniger als 20 km. Dieser Weg hat aber was gegen mich: der Schotter ist sehr locker und schwer zu befahren, dazu kommen sehr steile Anstiege. Ich muss an vielen Stellen das Fahrrad schieben.

Nach etwa 10 km komme ich wieder auf eine asphaltierte Straße. Jetzt geht es besser.

In Alcolea de Pinar angekommen, suche ich die Hotels. Das eine entpuppte sich als Fake – zumindest ist es kein richtiges Hotel, sondern eher Ferienwohnungen, und unter der angegebenen Telefonnummer meldet sich niemand.

Ich sehe aber einen Wegweiser zu einem Hostel. Da das andere Hotel ein paar Kilometer weiter ist, versuche ich es vielleicht hier? Ich habe das Gebäude gefunden, es ist aber niemand da und es gibt auch keine weiteren Informationen.

Dann bleibt mir jetzt nur noch das Hotel an der Autobahn. Es ist mit dem Fahrrad ziemlich schwer, an so einem Autobahnhotel anzukommen. Von der einen Seite bin ich vorbei in die nächste Ortschaft geleitet worden. Ich versuche es dann von der anderen; jetzt bin ich an der Autobahnausfahrt angekommen. Google Maps schlägt einen Umweg von 2 km vor, um dann durch (oder unter) die Autobahn zu gehen. Das gefällt mir auch nicht besonders. Ich entscheide mich an der Autobahnausfahrt, wo ich gerade bin, es gegen die Fahrtrichtung zu versuchen. Es sind nur 200 Meter und der Seitenstreifen ist breit genug. Außerdem ist hier die Ausfahrt, die Autos fahren hier langsamer.

Kein Auto ist mir entgegengekommen. Im Hotel ist für mich ein Zimmer frei. Hurra! Es hat doch geklappt.

Ich habe heute nicht viel gegessen und jetzt meldet sich der Hunger. Das Restaurant öffnet erst um 20 Uhr. Ich entscheide mich, in der Bar etwas zu essen.

Um mir morgen den Stress mit der Übernachtung zu ersparen, buche ich gleich die nächste Übernachtung in Humanes. Es liegt ein bisschen abseits von der Route, aber es war das einzige einigermaßen günstige Hotel, das noch freie Zimmer hatte. Und gleich habe ich den Campingplatz von Samstag bis Dienstag gebucht. Die Stellplätze waren auch schon ausgebucht und ich habe mich für einen kleinen Bungalow entschieden. Immerhin ist es günstiger als ein Hotelzimmer.