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2026-05-30, Samstag

Tag 26 (T: 71 Km / G: 2076 Km)

Als ich um sieben aufgewacht bin, hatte das Zelt die Nacht gut überstanden, die Wäsche auch. Ich aß das Müsli zum Frühstück, packte alles zusammen und um 9:20 Uhr fuhr ich auf der Via Verde weiter in Richtung Alcañiz.

Es geht weiter bergauf, was sich heute schwierig gestaltet, da es auf dem Weg weniger Schatten als gestern gibt. Die Tunnel kommen auch seltener.

Ich habe unterwegs auf eine Möglichkeit gehofft, etwas zu essen und zu trinken. Leider sind die ehemaligen Stationshäuser verlassen und im Verfall begriffen; es sind dort keine Bars eingerichtet.

Der Weg führt an den Ortschaften vorbei und es gibt keine Hinweise auf Versorgungsmöglichkeiten dort. Die Orte sind ein bisschen zu weit weg und wirken zu klein und verlassen, um einfach dort abzubiegen und dann zu erfahren, dass es umsonst war.

Auf dem Weg sehe ich immer wieder verfallene Häuser. Diese Gegend wirkt sehr menschenleer.

Etwa 15 km vor Alcañiz gibt es eine Sperre mit dem Hinweis, dass hier das Ende des Radweges ist. Anscheinend ist der weitere Verlauf des Weges von herabstürzenden Felsbrocken überschüttet. Es gibt keinen Hinweis über eine mögliche Umleitung, nur „hier ist das Ende“. Immerhin gibt es hier die Möglichkeit, auf eine Straße abzubiegen, die sich hier mit dem Radweg kreuzt. Diese nutze ich jetzt und suche die nächste Kreuzung mit meiner Route.

Und tatsächlich: Nach 3 km komme ich wieder auf den Via-Verde-Radweg. Jetzt geht’s leicht bergab nach Alcañiz.

In der Stadt Alcañiz komme ich an einer Patisserie vorbei und halte an – endlich etwas zu essen! Ich nehme zwei mit Bacon gefüllte Teigtaschen. Zum Trinken ist die Auswahl begrenzt. Eine Cola oder Limo mag ich nicht und entscheide mich deshalb für einen Americano.

Ich prüfe, wie die Route weiterführt und welche Campingplätze es auf dem Weg gibt. Der nächste und einzige in realistischer Entfernung liegt gleich hinter Alcañiz. Dort versuche ich heute zu übernachten.

Die Stadt liegt an einem Hügel; eine Erkundungstour, bei der ich die Gassen hoch- und runtergehen muss, begeistert mich heute nicht mehr. Google Maps zeigt mir, wo ein Supermarkt ist, und ich fahre dorthin. Ich kaufe etwas zu essen und hauptsächlich Getränke. Heute bin ich mit nur 1,5 Litern Wasser unterwegs gewesen und mit dem letzten Wassertropfen in Alcañiz gekommen. Das muss jetzt nachgeholt werden.

Auf dem Weg zum Campingplatz kommen mir kleine und große Gruppen von Motorradfahrern entgegen. Einige grüßen mich sogar mit Respekt.

Am Campingplatz erfahre ich, dass es heute einen „Bikertreff“ hier gibt. Na ja, das könnte für mich heute eine kurze Nacht werden.