Tag 27 (T: 106 Km / G: 2182 Km)
Kurz nach sechs bin ich wach geworden. Die Nacht war gar nicht so schlecht, wie ich befürchtet hatte. Am Anfang war es laut, mit lauter Musik aus der Camping-Bar. Um Mitternacht, als die Camping-Bar geschlossen wurde, ist es dann schnell ruhig geworden.
Ich packe schnell meine Sachen, esse noch die gestern vorbereitete Portion Müsli und trinke in der Camping-Bar meinen Frühstückskaffee. Um Viertel nach acht war ich schon auf dem Radweg.

Die Sonne ist heute ein bisschen trüb, vielleicht wird es nicht so heiß wie gestern. Jetzt sind es erst 21 Grad, das fühlt sich sehr frisch an.
Zuerst fahre ich weiter auf dem Via-Verde-Radweg. Der Radweg ist neu asphaltiert und ich genieße die Fahrt, es gibt aber keinen Schatten. Heute habe ich zusätzlich zu meinen beiden mit frischem Wasser befüllten Trinkflaschen auch noch das gestern gekaufte Wasser in einer 1,5-Liter-Flasche dabei. Hoffentlich klappt es heute besser mit der Versorgung auf der Strecke.







Der Weg wandelt sich in einen Schotterweg. Früher oder später war das zu erwarten. Heute ist der Radweg interessanter als die Landschaft drumherum. Die Landschaft ist flach und es gibt hauptsächlich Ackerflächen. Der Radweg ändert sich jedoch ständig.

Die Temperatur ist inzwischen auf 25 Grad gestiegen. Gerade kreuzt der Radweg eine neue, schöne Straße und ich sehe auf dem Navi, dass die Route demnächst im Zickzack verläuft und auch noch ein paar Steigungen bietet. Nachdem ich die letzten 20 km auf den interessanten Schotterwegen gefahren bin, nutze ich jetzt die Möglichkeit, auf eine normale Straße zu wechseln. Auf der Straße werde ich fast schnurgerade geführt und nach etwa 30 km treffe ich wieder auf die Route. Das gefällt mir besser.




In Quinto, einer kleinen Ortschaft, mache ich eine Pause und versuche, etwas zu essen zu bekommen. Ich gehe in ein Bar-Restaurant; es sind viele Leute da und alle Tische sind besetzt. Draußen gab es aber noch freie Tische, also frage ich, ob ich hier etwas zu essen bekommen kann. Die Frau an der Bartheke zeigt mir, dass ich mitkommen soll, und führt mich in einen Nebenraum. Hier sind die Tische für Restaurantgäste vorbereitet und nur ein Tisch ist gerade von einem Paar besetzt.
Ich nehme Platz und bestelle das Menü (Vorspeise Artischocken, Hauptgang Entrecôte und als Nachtisch einen Schokokuchen). Das hat gut geklappt, ich bin wirklich satt geworden und kann jetzt weiterfahren.


Die nächste Stadt ist Fuentes de Ebro und ich mache dort wieder eine Pause. Zwischen den beiden Städten war die Entfernung nicht groß, ich bin inzwischen aber mehr als 70 km geradelt und muss mir Gedanken über die Übernachtung machen.
Der nächste Campingplatz in Saragossa ist mehr als 30 km entfernt. Es ist gerade 16 Uhr, Zeit habe ich also genug. Der Campingplatz liegt allerdings auf der anderen Seite der Stadt. Und heute Nacht kann es stürmisch werden. Außerdem will ich mal wieder in einem richtigen Bett schlafen. Alles Scheinargumente – aber bis Saragossa werde ich wieder die 100-Kilometer-Tagesmarke knacken, und das habe ich mir verdient. Ich buche also ein günstiges Hotelzimmer in zentraler Lage.



Im Hotel bin ich um 19 Uhr angekommen. Das Hotel ist besser, als ich erwartet habe.



