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2026-05-28, Donnerstag

Tag 24 (T: 85 Km / G: 1931 Km)

Der Campingplatz war ein Volltreffer: gute Sanitäranlagen, große Duschen mit genügend Platz und sehr ruhig.

Gestern habe ich versäumt, mir auf dem Weg etwas zum Abendessen zu besorgen. Es war ein Feiertag in dieser Gegend und am Campingplatz hatten weder der Supermarkt noch das Restaurant geöffnet. Auch in dem Ort waren die meisten Restaurants und Bars geschlossen. Das Einzige, was ich fand, war eine Pizzeria. Die Pizza war in Ordnung, das Tiramisu auch. Mit etwas im Bauch konnte ich gut einschlafen.

Die Nacht war sehr angenehm: kein Verkehrslärm, keine Flugzeuge, nur zwitschernde Vögel. Um halb acht, gut ausgeschlafen, bin ich wach geworden und schon um neun Uhr war ich auf dem Weg nach Tarragona. Das Richtungsschild zeigte 18 km – vielleicht werde ich dort mein Frühstück nehmen.

Nach 10 km, in Torredembarra, als ich eine Bar an der Straße sah, habe ich mich entschieden, doch hier etwas zu essen. Ich bekam ein großes Sandwich mit Omelette und Bacon und nahm mir natürlich einen Americano, was im Prinzip nichts anderes ist als Café Crema.

Die Ortschaften hier sind leer, kaum jemand ist unterwegs, und an den Stränden sind auch wenig Menschen. Ganz anders als an der Costa Brava. Das hatte sich auch im Preis für den Campingplatz widergespiegelt – weniger als 13 € statt 28 €, wie bei dem in der Nähe von Barcelona.

In Tarragona bin ich kurz nach elf angekommen. Eine schöne, alte Stadt mit einer 2000-jährigen Geschichte. Wie am liebsten bei einer Stadterkundung, schiebe ich mein Fahrrad durch die Gassen. Für die alte Kathedrale braucht man wieder ein Ticket. Ich gehe rein, denn ich mag es, diese sakralen Gebäude zu besuchen. In jedem Land, sogar in jeder Region unterscheiden sie sich und widerspiegeln meistens den Charakter der Menschen von dort. Und meistens findet man drinnen Schatten und Kühle.

Nach dem Besuch der Kathedrale wollte ich in einer Tapas-Bar etwas essen. Mit der Bedienung konnte ich mich jedoch nicht verständigen und schließlich aß ich Pommes und Chicken Nuggets.

Der Besuch in Tarragona hat etwa 3 Stunden gedauert. Mir ist klar geworden, dass ich auch heute keine 100 Kilometer mehr schaffen werde. Ich versuche, so weit wie möglich zu fahren und um etwa sieben einen Campingplatz zu finden.

Ich fahre erst die Straße nah an der Küste, später die Hauptstraße.

Etwa 10 km vor dem Campingplatz, den ich ausgesucht habe, holt mich ein Radfahrer auf. Er fährt neben mir und versucht, sich mit mir zu unterhalten. Ich kann bei dem Verkehr nicht alles verstehen und es ist nicht ungefährlich, auf der Hauptstraße nebeneinander zu fahren. Am nächsten größeren Schatten halten wir an und unterhalten uns in Ruhe. Ich habe jetzt auch eine Pause gebraucht.

Er heißt Nikolai, ist 72 Jahre alt und kommt aus Lwiw in der Ukraine. Von Lwiw ist er mit dem Bus nach Treviso (Italien) gekommen und ist bereits entlang der ganzen italienischen Küste geradelt, dann die französische und jetzt radelt er die spanische bis nach Gibraltar. Er ist am 4. Mai gestartet und hat bereits etwa 4000 Kilometer hinter sich.

Er hatte vor 4 Jahren sein Fahrrad mit einem E-Motor aufgerüstet und hat damit schon mehr als 30.000 Kilometer gemacht. Er ist begeistert von dem Motor und meinte, ich sollte mein Fahrrad auch mit so was ausrüsten. Natürlich fährt er viel mehr Kilometer am Tag als ich, etwa doppelt so viele. Trotzdem habe ich viel Respekt vor dem, was der Mann in seinem Alter macht. Wir wünschen uns eine gute Weiterfahrt und fahren los, er zuerst. Nach wenigen Minuten kann ich ihn vor mir nicht mehr sehen, obwohl ich fast 20 km/h schnell bin.

Der Campingplatz liegt wieder am Strand und ich muss einfach in das Meer rein. An dieser Stelle ist eine kleine, schöne Bucht und um neun Uhr habe ich sie nur für mich alleine. Das Wasser ist heute (jetzt) kälter als gestern an dem anderen Campingplatz. Trotzdem schwimme ich raus und lasse mich ein bisschen im Meerwasser treiben. Lange geht das nicht, denn ich wollte mir noch das Abendessen machen. Heute habe ich im Lidl, nicht weit weg vom Campingplatz, etwas für das Abendessen und das Frühstück besorgt.