Tag 23 (T: 55 Km / G: 1826 Km)
Ich wache um 4 Uhr auf, der Verkehr auf der Straße ist eine Qual. Ich stecke meinen Kopf unter die Decke und kämpfe darum, einzuschlafen.
Halb sieben sind jetzt die Flugzeuge dran. Normalerweise würde ich jetzt aufstehen und mich für die weitere Reise vorbereiten. Heute fühle ich mich immer noch erschöpft und am besten würde ich noch nicht weiterfahren. Aber auf diesem Campingplatz zu bleiben, kommt nicht in Frage – hier wird es für mich keine Erholung geben. Dann fahre ich lieber so weit wie es mir noch passt und suche einen neuen Platz zum Schlafen. Es soll ja an der Küste genug Campingplätze geben.
Aber so wie ich mich kenne: Wenn ich erst einmal starte, dann werde ich bis zum Abend rollen. Jetzt drehe ich mich erst mal auf die Seite und bleibe in meinen Schlafgemächern.
Um Viertel nach acht ist es aber so weit: Ich zwinge mich aufzustehen. Heute mache ich mir zum Frühstück eine Portion Tortellini, die mir von gestern Abend geblieben ist, vorher aber koche ich mir zwei Tassen Kaffee. Das macht mich ein bisschen wach.

Ab heute habe ich nur noch 3 Packtaschen und muss mich neu einarbeiten, was in welche Tasche gepackt werden soll, damit alles noch Platz hat. Das Zelt wird auf jeden Fall in keiner Tasche, sondern extra oben auf dem Gepäckträger befestigt.
Ich bewege mich heute wie in Zeitlupe. Bis ich mit allem fertig war und starten konnte, war es bereits elf Uhr. Erst geht es an einer Straße am Strand entlang.

Am Horizont erkenne ich wieder Berge und das Streckenprofil im Navi deutet einige Auffahrten an. Hoffentlich gibt es auch eine Straße an der Küste, wo ich mit dem Fahrrad fahren kann. Ich lasse mich vom Navi nicht wieder durch die Berge führen wie vorher.
Tatsächlich: Nach ein paar Kilometern schlägt das Navi ein Abbiegen in die Berge vor. Ich will gar nicht prüfen, ob die Straße gut ist oder nicht. Ich verlasse meinen geplanten Track und fahre auf die Hauptstraße C-31. Gleich begrüßt mich mein Lieblingsverkehrszeichen „beim Überholen von Radfahrern 1,5 m Abstand halten“. Jetzt weiß ich: Hier kann ich fahren.

Die Straße geht aber natürlich auch hoch, nur die Anstiege sind moderater. Von der Straße bekomme ich einen schönen Blick auf das Meer – und je höher, desto besser. Leider gibt es keine Stelle, an der ich anhalten und das auf einem Foto festhalten kann.



In Sitges schließt die C-31 an die C-32 an, was eine Autobahn ist. Hier darf ich nicht mehr fahren und fahre durch die Stadt, wo ich dann meine geplante Route wieder treffe.



Die Berge habe ich hinter mir und die Route führt mich weiter in Richtung Tarragona.
Ich habe heute spät gestartet und bin nicht schnell gefahren. Um halb fünf, nach 50 Kilometern, entscheide ich mich dafür, den nächsten geeigneten Campingplatz zu nehmen. Heute geht’s nicht mehr.



Am Campingplatz angekommen, gehe ich auch heute im Meer baden. Es ist wahrscheinlich die letzte Möglichkeit, das Mittelmeer zu genießen. Morgen werde ich wahrscheinlich ins Landesinnere fahren.
