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2026-05-26, Dienstag

Tag 22 (T: 0 Km / G: 1771 Km)

Der Campingplatz liegt in Flughafennähe. Das wäre soweit kein großes Problem, denn es gibt auch hier keine Flüge zwischen Mitternacht und dem Morgen. Das Lästige in der Nacht war aber der Verkehr auf der nebenan liegenden Schnellstraße. Das Brummen der Autos wollte einfach nicht aufhören.

Um 9:50 Uhr steige ich in einen Bus, der ins Zentrum von Barcelona fährt. Fahrzeit: mehr als eine Stunde.Ich habe in der Nähe der Bushaltestelle, wo ich ausgestiegen bin, gleich eine Poststelle gefunden und meine Packtasche mit dem Inhalt nach Hause verschickt. Jetzt, um 5 kg leichter, kann ich die Stadt erkunden.

Ich gehe ein bisschen planlos durch die Stadt, habe es nicht eilig. Und ich fühle mich müde – dieser Ruhetag wird mir guttun.

Die Straßen sind sehr eng. Wenn ich versuche, ein Foto zu machen, ist es unmöglich, das Motiv komplett auf das Bild zu bekommen.

Die Kirchen sind nicht zugänglich. Nur in die Kathedrale wird man reingelassen, wenn man sich ein Ticket besorgt hat. Das tue ich und komme rein, und ich zünde in der Kathedrale auch eine Kerze an.

Ich streife durch die Gassen bis 15 Uhr, dann esse ich in einer Tapas-Bar auf den Ramblas zwei Portionen Tapas und trinke ein alkoholfreies Bier. In Spanien ist das Bier deutlich besser als in Frankreich.

Die Markthalle ist ein Genuss. Alleine all die Sachen zu sehen, macht hungrig. Ich nehme mir eine Portion Wassermelone, obwohl ich gerade erst gegessen habe.

Jetzt möchte ich noch die Sagrada Família besuchen und gehe dort zu Fuß hin. Ich dachte erst, ich würde mir eine Tagesfahrkarte kaufen und mit den barcelonischen Öffis überall hinfahren. Leider ist das ÖPNV-Netz unübersichtlich und ich habe darauf verzichtet.

Bei der Sagrada Família sind sehr viele Besucher. Das Ticket ist nur online zu kaufen. Dazu muss man sich erst über einen QR-Code eine App installieren. Was es kostet, steht nirgends. Das gefällt mir nicht. Da das Ticket für die Kathedrale schon mehr als 16 € gekostet hat, vermute ich hier mindestens das Gleiche. Ohne App, einfach an der Kasse – da hätte ich mich vielleicht anders entschieden. Jetzt betrachte ich die immer noch unfertige Kathedrale von draußen und dann mache ich mich auf den Weg zum Campingplatz zurück.

Hier ist eine Metro-Station und ich will mir die Verbindung suchen. Eine Frau sagt mir, ich soll sie am besten bei Google Maps eingeben und die App wird mir die Verbindung zeigen, mit Umsteigen, falls nötig. Tatsächlich: Google gibt mir eine Liste mit passenden Verbindungen. Ich muss erst ein Stück mit der Metro fahren und dann in den Bus umsteigen.

Die nächste Hürde ist jetzt, das richtige Ticket zu wählen. Ein Ticket für die gesamte Fahrt von hier bis zum Campingplatz gibt es nicht. Ein 24-Stunden-Ticket, das ich aber nicht mehr so lange nutzen kann, kostet über 12 €. Ich entscheide mich für zwei Einzeltickets je 2,90€ und kaufe erst das Ticket für die Metro. Dann muss ich im Bus das zweite Ticket beim Fahrer kaufen und bar bezahlen, so wie bei der Fahrt hierher. Man könnte das einfacher machen, aber Barcelona ist anders.

Ich hätte meine erste Verbindung fast verpasst. Ich bin zum Bahnsteig gegangen und statt zur L5 zur Linie L2 gelaufen. Ich habe mich an der Richtung, in die der Zug fahren soll, und nicht an der Nummer orientiert. Hier sind die Hinweise zu klein und leicht zu übersehen (für mich). Nachdem der dritte L2-Zug gefahren ist und immer noch keine L5 angezeigt wurde, bin ich stutzig geworden. Zum Glück habe ich es noch geschafft, den Bahnsteig zu wechseln, und meine Busverbindung nicht verpasst.

Zurück am Campingplatz gehe ich noch an den Strand und bade im Meer. Nach dem heißen Tag tut diese Erfrischung gut.