Tag 11 (T: 0 Km / G: 847 Km)
Das Zimmer im Hotel ist deutlich größer als mein Zelt. Es klingt ein bisschen sarkastisch, aber das Zimmer ist mit 9 m² völlig okay. Alles ist funktionell eingerichtet und alles, was ich brauche, ist da: eine saubere Toilette, eine heiße Dusche und ein bequemes Bett.
Um acht Uhr gehe ich gut ausgeschlafen zum Frühstück. Es gibt ein reichhaltiges Buffet, und frisch gesättigt gehe ich zurück ins Zimmer, um mich für eine Tour durch Lyon ohne Fahrrad vorzubereiten.
Heute wird es immer noch kalt, 11 bis 13 Grad, und über den Tag verteilt kann es immer wieder regnen. Ich ziehe über das Unterhemd noch ein Langarmshirt, dann ein Hemd und obendrauf eine Vlies-Kapuzenjacke an (Zwiebelprinzip). Falls es stark regnet, habe ich noch den Regenponcho dabei.
In Lyon treffen sich die Flüsse Saône und Rhône, und mein Hotel befindet sich an dem Zipfel zwischen den beiden. Direkt vor dem Hotel ist eine Straßenbahnhaltestelle. Ich kaufe mir eine Tagesfahrkarte und steige in die nächste Straßenbahn, die mich in die Nähe des Stadtzentrums bringt, aber auf die andere Seite der Rhône.

Ich gehe dann zu Fuß über die Wilson-Brücke und komme zum Grand Hôtel-Dieu. Dieser Gebäudekomplex ist sehr nobel und sehenswert.





Von dort gehe ich zu einer Fußgänger- und Radfahrerbrücke, die mich über die Saône zur Altstadt führt.

Hier gibt es viele kleine Gassen und trotz des Wetters auch viele Touristen. Es ist nämlich kalt und regnet leicht (ich ziehe den Regenponcho aber noch nicht an). Heute sehe ich niemanden, der in einem T-Shirt herumläuft.

Als der Regen stärker wird, gehe ich in eine Kaffeehaus und trinke einen heißen Kaffee.

Die Regenphase dauert nicht lange und ich setze meine Erkundungstour fort.



Nach der Kathedrale St-Jean gehe ich zur Metro-Station und fahre mit einer Art Bergbahn (Funiculaire) zum Place de Fourvière, wo sich die Basilika Notre-Dame de Fourvière befindet.





Leider sind die vorderen Türme mit einem Baugerüst bedeckt, trotzdem ist sie sehenswert, besonders auch von innen.



Erst dachte ich, dass die Basilika wegen Renovierung geschlossen sei, aber dann finde ich doch den Eingang. Leider gibt es alle Informationen nur auf Französisch – und das nicht nur bei der Basilika. Wenn aber genügend einheimische Touristen da sind, kann man sich behelfen.
Von der Basilika aus hat man einen tollen Panoramablick auf die Stadt Lyon.


Ich fahre mit der Bergbahn zurück und nehme von der Metrostation die zweite Bergbahn nach Minimes. Dort befinden sich zwei römische Amphitheater.


Der Tag neigt sich dem Ende zu. Mit der Metro fahre ich zurück in Richtung Hotel. Von der Metrostation aus müsste ich eigentlich nur noch eine Haltestelle mit der Straßenbahn fahren, und erst wollte ich diese Strecke zu Fuß gehen. Dann aber fängt es wieder an zu regnen und ich nehme doch die Straßenbahn.
Ich habe heute viel von Lyon gesehen. Es ist eine schöne Stadt, die mich sehr beeindruckt hat. Die öffentlichen Verkehrsmittel sind gut und modern. Die Metro-Züge sind nicht viel größer als die Straßenbahn, beide fahren aber in kurzen Takten und waren nicht überfüllt. Es gibt keine Papiertickets, sondern aufladbare Karten. Diese hält man beim Zusteigen an ein Lesegerät, und ein freundlicher Ton bestätigt die Gültigkeit. Das geht schnell und einfach. Man kann so einen Fahrschein natürlich auch auf dem Handy haben. Das funktioniert genauso.
Heute gab es viele Kilometern zu Fuß und keine mit dem Fahrrad. Die Pause habe ich gut gebrauchen können. Morgen geht es weiter mit dem Fahrrad entlang der Rhône Richtung Mittelmeer.
