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2026-05-11

Tag 7 (T: 113 Km / G: 596 Km)

Heute Nacht habe ich in einem gemütlichen Zimmer in einem Bett mit einer dicken, bequemen Matratze geschlafen. Es hat mir gutgetan. Ich bin erst um sieben Uhr wach geworden.

Gestern habe ich schon fast die 100 Kilometer an einem Tag erreicht. Ich war müde und habe mich schnell schlafen gelegt. Ich bin seit einer Woche unterwegs. Vielleicht sollte ich mal einen Tag pausieren? Vielleicht in Lyon? Aber bis Lyon werde ich noch etwa vier Tage brauchen. Mal sehen.

Um acht Uhr gehe ich zum Frühstück. Ich bin heute der einzige Gast. Es ist ein französisches Frühstück: zwei Sorten Brot, Butter, Konfitüren, Honig, Knuspermüsli und zwei Sorten Kuchen. Dazu gibt es Kaffee. Auf die Frage, ob ich noch etwas brauche, habe ich schnell Eier erwähnt, und kurz darauf bekomme ich noch ein Spiegelei.

Heute regnet es. Und das soll den ganzen Tag so bleiben. Es soll sich erst morgen bis Mittag bessern. Ich ziehe unter die Regenjacke ein Unterhemd und zwei Langarmshirts an. Ich habe keine richtigen Regenhosen dabei und versuche es stattdessen mit den langen Badehosen. Die habe ich zum Schwimmen im kalten Atlantik mitgenommen, aber ich nutze sie auch zum Schlafen, wenn es kalt ist. Es ist ein sogenannter „Double Use“-Artikel, was für solche Reisen sehr gut geeignet ist. Jetzt probiere ich sie auch im Regen aus – vielleicht ergibt sich sogar ein „Triple Use“.

Um halb zehn setze ich meine Reise entlang der Rhein-Rhône-Kanal-Route fort.

Um 13 Uhr, nach fast 50 km, erreiche ich die Stadt Besançon.

Weiter geht es Richtung Dole. Der Regen hat ein bisschen nachgelassen. Unterwegs treffe ich drei junge Männer, die von Freiburg nach Marseille radeln. Sie ziehen gerade ihre Regenklamotten aus. Sie haben den starken Regen abgewartet und sind ein bisschen später gestartet. Ich warne sie, dass es mit dem Regen noch nicht vorbei ist, und fahre weiter. Unsere Routen sind bis Avignon gleich, vielleicht sehen wir uns noch einmal.

Meine Badehosen haben gut als Regenschutz funktioniert. Sie werden zwar nass, aber sie schützen trotzdem gut vor dem Wind, und die Beine bleiben warm.

Zwischen Besançon und Dole ist ein starkes Gewitter vorbeigezogen. Glücklicherweise verläuft der Radweg unter einer Brücke, wo ich Schutz finden konnte.

Ich nutze die Pause und suche ein passendes Hotel. Bei dieser Wetterlage verzichte ich gerne auf das Zelten. Nach 20 Minuten war es vorbei und sogar die Sonne schien kurz.

Der Regen kam jedoch zurück und am Horizont ziehen von Süden schon neue schwarze Wolken auf. Als ich an der Stadt Dole vorbeifuhr, erwischte mich das nächste Gewitter voll. Zum Glück befindet sich mein Hotel in der nächsten Ortschaft. Durchnässt und ausgekühlt erreiche ich es nach einer Viertelstunde, kurz vor sechs Uhr.

Ich quartiere mich dort ein und gehe schnell zum Supermarkt um die Ecke, um mir etwas zum Abendessen zu kaufen. Das französische Frühstück hat überraschend lange vorgehalten, aber seit vier Uhr spüre ich den Hunger, und jetzt muss er gestillt werden.

Zurück im Hotel nehme ich aber erst eine heiße Dusche. Der kleine Spaziergang in nassen Klamotten bei 12 Grad hat mich zum Zittern gebracht – eine kleine Erinnerung an meine Nordkap-Tour.