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2026-06-22, Sonntag

Tag 48 (T: 90 Km / G: 3666 Km)

Wieder bin ich um sechs Uhr wach geworden. Heute stehe ich aber (fast) sofort auf. Zum Frühstück habe ich noch zwei Rosinenbrötchen und einen halben Liter Sojamilch, die ich gestern gekauft habe.

Heute ist das Zelt trocken, das Problem ist aber das Handy aufzuladen. In den Waschräumen gibt es keine Steckdosen, sodass man beim Zähneputzen gleich das Handy laden kann. Die einzige passende Steckdose befindet sich wieder bei den Waschmaschinen. Ich lade mein Handy dort, aber diesmal bleibe ich im Raum. Nach 20 Minuten ist das Handy wieder auf 85 % aufgeladen und das reicht für den Tag.

Um halb neun kann ich starten. Mit 24 Grad ist es noch angenehm frisch und der Radweg ist schattig.

Nach Saumur folge ich aus Versehen einem anderen Radweg. Als ich das bemerke, bin ich schon weit gekommen. Zurück zu fahren macht keinen Sinn mehr und ich versuche, auf den Straßen wieder an den Loire-Radweg anzuschließen. Das gelingt mir auch in Souzay-Champigny. Das hat mich 13 km extra gekostet.

Ein paar Kilometer weiter, in Montsoreau, ist gerade ein Markt. Es ist halb zwölf und das Frühstück heute habe ich schon längst vergessen, also kaufe ich mir etwas zum Essen.

Es wird heißer, die Temperaturen liegen um die 36 bis 38 Grad. Ich trinke viel Wasser und an jedem Wasserspender fülle ich meine Trinkflaschen mit frischem Wasser auf. Zum Glück gibt es immer wieder diese Möglichkeit. Ich fahre mit minimaler Kraft, einfach gemütlich rollend, gerade so, dass der Fahrtwind noch kühlend wirkt.

Kurz nach 15 Uhr bin ich in Bréhémont und fahre an einem Campingplatz vorbei. Es ist aber ein bisschen zu früh und ich entscheide mich für den nächsten in etwa 20 km Entfernung, kurz vor Tours. Dieser Campingplatz liegt aber nicht auf dem Radweg, sondern auf der anderen Seite des Flusses. Trotzdem fahre ich dorthin. Morgen werde ich dann in Tours wieder an den Loire-Radweg anschließen.

Als ich vor einer Straßenkreuzung und vor einem Haus anhalte, um den richtigen Weg zu finden, kommt ein Hund aus dem Haus heraus und beschnuppert mich. Hinter dem Hund kommt gleich auch ein Mann und entschuldigt sich für den Hund. Er bietet mir einen Platz nah am Haus im Schatten an. Dann auch noch ein frisches Wasser. Ich nehme gerne alle seine Angebote an. Zum Schluss lande ich im Haus und wir sitzen an seinem Tisch; er – Mathieu, seine Frau Françoise und ich. Sie versuchen, mir die weitere Fahrt bei dieser Hitze auszureden, in der nächsten Ortschaft gebe es doch eine günstige Pension. Ich bleibe jedoch bei meinem Plan. Wir verabschieden uns herzlich und ich bekomme ein Geschenk: einen selbstgemachten, kleinen Schlüsselanhänger.

Bis zum Campingplatz sind es noch 14 km. Kurz nach fünf bin ich dort.

Das Restaurant am Campingplatz ist aber noch nicht in Betrieb, erst in der Hochsaison (Juli und August). Am Sonntag sind auch die Restaurants im Ort nicht geöffnet. Das Einzige, was noch bis 19 Uhr offen hat, ist ein Coffeeshop. Ich baue mein Zelt auf und fahre schnell dorthin. Ich bekomme lediglich einen Toast mit Käse und Schinken. Immerhin.