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2026-06-01, Montag

Tag 28 (T: 68 Km / G: 2250 Km)

Mein Zimmer war auf der Innenhofseite, somit habe ich in der Nacht keine Straßengeräusche mitbekommen. Diese Ruhe in der Nacht war herrlich. Gut ausgeschlafen bin ich um sieben Uhr wach.

Das Zimmer war ohne Frühstück. Ich packe ruhig meine Sachen und verlasse das Hotel um halb neun Uhr. Heute besichtige ich die Stadt Zaragoza und werde mir währenddessen was zum Essen holen.

Zuerst fahre ich ein Stück mit dem Fahrrad, dann wechsle ich in den „Schiebemodus“ und erkunde die Gegend. Die Sonne steht noch tief, es sind frische 21 Grad und die Luft duftet nach Lindenblüten. Ein sehr angenehmer Montagmorgen.

Zaragoza macht auf mich einen guten Eindruck. Modern, mit einer klaren und logischen Führung der Radwege – anders als in Barcelona, wo es auf den Kreuzungen ziemlich chaotisch zugeht. Die Straßenbahn ist hier ein zusätzlicher Faktor, um mehr Ordnung und Ruhe in den Verkehr zu bringen. Es ist alles irgendwie entspannter.

Kurz bevor ich auf den Platz vor der Kathedrale komme, hole ich mir in einer kleinen Patisserie ein Frühstück (Sandwich mit Thunfisch und einen Americano). Jetzt kann es weitergehen.

Auf dem Plaza de Nuestra Señora del Pilar lasse ich mein Fahrrad stehen und besuche natürlich die Basilika. Die Basilika ist sowohl von außen als auch von innen sehr sehenswert. Am Rande der Plaza steht eine zweite Kirche, die Kathedrale San Salvador (La Seo). Diese macht von außen keinen so großen Eindruck, ist aber innen sehenswert.

Inzwischen ist es 11 Uhr und bevor ich mich jetzt auf den Weg mache, esse ich noch ein Sandwich in einer Bar. Viertel vor zwölf geht es dann zurück auf die Route und raus aus Zaragoza.

Zuerst durch neue Siedlungen, dann durch Industriezonen. Die Temperatur ist inzwischen auf 30 Grad gestiegen. Die Route führt mich auf guten Wegen, aber tendenziell bergauf.

Nach 20 km verläuft die Route parallel zur Autobahn auf einer Servicestraße. Diese ist sehr wechselhaft: mal asphaltiert, dann ein Schotterweg, auch mit riesigen Schlaglöchern.

Nach etwa 40 km, in La Muela, kaufe ich mir was zum Essen und Trinken und mache eine große Pause auf einem schattigen Platz bei einem Brunnen. Um 16 Uhr geht es dann weiter.

Kurz nach La Muela geht es ein paar Kilometer richtig runter. Das ist die Belohnung für die mühsamen Anstiege den ganzen Tag. Leider endet die gute (asphaltierte) Straße plötzlich und ich muss wieder auf einem staubigen Schotterweg fahren.

Kurz nach 18 Uhr komme ich in La Almunia an. Heute wird es wohl nicht mehr weitergehen, ich muss mir eine Bleibe suchen. Mein Ziel für heute war Calatayud, aber bis dorthin schaffe ich es auf keinen Fall. In dieser Gegend gibt es keine Campingplätze und das wird auch bis Madrid so bleiben.

Ich frage in einem Hostel, ob ich dort übernachten kann – leider voll. Die einzige Möglichkeit bleibt ein Hotel. Ob ich so spontan dort ein Zimmer bekomme? Doch, es gibt ein Zimmer für mich! Ich nehme auch Frühstück dazu.