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2026-05-24, Sonntag

Tag 20 (T: 68 Km / G: 1685 Km)

Gestern am Campingplatz hatte ich rundherum spanische Nachbarn. Ich war müde, und nachdem ich kalt geduscht hatte (unfreiwillig, es gab nur kaltes Wasser), wollte ich nur schnell einschlafen. Für die Nachbarn war das aber die Zeit, um sich zu unterhalten. Generell habe ich schon am ersten Tag festgestellt, dass die Spanier sich sehr gerne unterhalten. Sobald mindestens zwei zusammenkommen, wird geredet – und zwar schnell und viel. Ich dachte mir schon: Mit dem schnellen Einschlafen wird das jetzt nichts. Es war aber nicht so schlimm, wie ich befürchtet hatte. Die Gespräche waren nicht laut (was ich von Campingplätzen in Deutschland kenne) und spätestens um elf war es vorbei.

Heute habe ich es geschafft, um 9 Uhr zu starten. Auf dem Weg habe ich gleich nach einer Bar oder Ähnlichem geschaut, um zu frühstücken. Der spanische Nachbar hatte zwar seinen Kaffee mit mir geteilt, aber Hunger hatte ich trotzdem.

Heute ist Sonntag und es ist noch früh. Alle Cafés, Bäckereien und Bars haben noch zu. Dann sehe ich doch noch eine Bar/Bäckerei, die schon geöffnet ist. Um halb 10 war ich fertig mit dem Frühstück: ein kleines Sandwich mit Thunfisch, ein großes Sandwich mit Omelett und natürlich ein Americano.

Heute muss ich weg von der Küste. Es gibt keine Straßen, die weiter an der Küste entlang nach Barcelona führen, und ich muss die Berge weiträumig umfahren, um wieder an die Costa Brava zu kommen. Dann kann ich an der Küste Richtung Barcelona weitergeradeln.

Am Anfang fahre ich auf einem schönen Radweg, der an einer stillgelegten Bahnlinie entlangführt. Es sind viele Radfahrer unterwegs, es ist schließlich Sonntag und wir haben schönes Wetter heute. Nach etwa 20 km muss ich diesen Radweg verlassen und in Richtung Westen fahren.

Jetzt ist es ein Schotterweg, der sehr steil bergauf führt. Irgendwann wird das Radfahren zum Radwandern und ich schiebe mein Fahrrad den Berg hoch. Es wird aber noch steiler. Das Schieben wird zur Qual und ich nutze jede Schattenstelle, um Luft zu holen.

Ich erreiche den Gipfel, aber laut Streckenprofil werden noch weitere solche Gipfel kommen. Jetzt aber kann ich erst mal runterfahren – theoretisch. Der Untergrund ist locker und zu rutschig, um tatsächlich zu fahren. An vielen Stellen führe ich das Fahrrad bergab.

Dann fängt der zweite Anstieg an. Er ist zuerst noch moderat und ich kann bergauf noch radeln. Meine Wasservorräte gehen jedoch zur Neige und ich mache mir Sorgen, wie ich es schaffen soll.

Dann komme ich an einem Hof mit Regenbogenflagge vorbei und frage nach frischem Wasser. Ein junger Mann nimmt meine leere Flasche mit und bringt sie mit Wasser gefüllt zurück. Jetzt stehen meine Chancen gleich besser.

Ein Stück weiter komme ich an eine Kreuzung. Die andere Straße ist breiter und „glatter“ und ich entscheide mich, dieser Straße zu folgen. Sie sieht viel genutzt aus und wird bestimmt zu einer normalen Straße führen. Auch wenn es eventuell ein Umweg wird, ist mir das jetzt lieber, als mein schweres Fahrrad wieder den Berg hinaufzuschieben.

Tatsächlich komme ich relativ leicht nach Vidreres. Von dort geht es weiter größtenteils auf asphaltierten Straßen bis nach Blanes, wo ich wieder auf meine ursprüngliche Route treffe.

Uff! Es hat doch geklappt.

Jetzt halte ich Ausschau nach einem geöffneten Supermarkt, um mir etwas zum Essen und Trinken für heute Abend zu kaufen, und danach nach einem Campingplatz. Gleich in Blanes gibt es einen Lidl, das Abendessen ist also gesichert.

Ich fahre weiter Richtung Malgrat de Mar, danach kommen viele Campingplätze. Kaum habe ich Blanes verlassen, ist mein Hinterreifen platt. Ich schiebe mein Fahrrad ein Stück bis zu einer Unterführung und wechsle den Schlauch. Beim alten Schlauch hat sich das Ventil abgelöst. Das ist mir noch nie passiert, vielleicht Überhitzung? Mein Fahrrad hat zwar hydraulische Bremsen, aber es sind Felgenbremsen, die ich heute sehr stark beansprucht habe.

Am Campingplatz angekommen bin ich um halb sieben. Heute gehe ich wieder ins Meer.