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2026-06-10, Mittwoch

Tag 37 (T: 80 Km / G: 2700 Km)

Gestern habe ich versucht, die Berichte der letzten zwei Tage nachzuholen. Meine Augen waren aber zu müde, und ich habe mich relativ früh schlafen gelegt.

Um sieben Uhr bin ich dann wach und gut ausgeschlafen. Es zieht gerade ein leichter Regen vorbei. Ich bleibe noch in meinem Schlafsack und mache die Berichte fertig.

Der Regen ist nach einer halben Stunde weggezogen. Ich raffe mich aus dem Zelt auf und bereite mich auf den Tag vor.

Vom Kuchen, den ich am Montag im Supermarkt gekauft habe, ist mir noch die Hälfte übrig geblieben. Jetzt mache ich mir zum Kuchen einen Mokka – das ist mein Frühstück heute. Diese Küstenregion ist touristisch geprägt und auf dem Weg werde ich heute einige Möglichkeiten haben, um etwas zu essen.

Als ich mein Geschirr waschen wollte, traf ich den netten Camper von gestern wieder. Er war gerade startklar, aber wir unterhielten uns kurz. Er ist aus Irland und mit einem Liegerad unterwegs. Gestern ist er auch von San Sebastián gekommen. Wie ich fährt er jetzt die EuroVelo-1 entlang der Küste in Richtung Bretagne. So weit werde ich die EV1 nicht verfolgen, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass wir uns auf dem Weg wiedersehen oder sogar auf demselben Campingplatz übernachten.

Um etwa 10 Uhr verlasse ich nun den Campingplatz. Das Wetter scheint heute nicht stabil zu sein. Nach dem Regen am Morgen hat sich die Sonne gezeigt, jetzt ist es aber stark bewölkt mit Temperaturen um die 18 Grad.

Der Weg ist heute hügeliger als gestern. Ein paar Anstiege muss ich schieben, es sind aber nur kurze Passagen.

Es sind viele Radfahrer unterwegs, aber auch Wanderer. Als ich an zwei jungen Männern mit großen Rucksäcken vorbeifuhr, ruft einer von ihnen mit hörbarer Überraschung in der Stimme: „Augsburger?!“ Die beiden kommen aus Regensburg und sind zu Fuß auf dem Weg nach San Sebastián, wo sie am Freitag mit dem Bus weiterfahren. So eine Begegnung fühlt sich an, als ob man die Nachbarn getroffen hätte.

Die EV1 verläuft jetzt durch die Urlaubsorte entlang der Küste und geht mal bergauf, mal bergab. Nach einem langen Anstieg komme ich an einem Café vorbei, und an einem Tisch nahe des Radweges sitzt der Ire und trinkt Kaffee. Ich halte an, jetzt brauche ich eine Pause, um Luft zu holen. Er hat heute viel geschoben, die steilen Anstiege kann er mit dem Liegerad nicht hochfahren. Für mich ist es noch zu früh, um etwas zu essen, und Kaffee habe ich bereits zum Frühstück gehabt. Ich fahre also weiter.

Nach 25 km, um 12:30 Uhr, bin ich in Biarritz angekommen. Ich möchte jetzt eine längere Pause machen, schiebe das Fahrrad durch die Gassen und schaue nach einem Restaurant, um etwas zu essen. Ein kleines Restaurant gefällt mir, ich bleibe da und nehme das Tagesangebot – Fisch. Ich bleibe dort eine Weile und erst um halb zwei fahre ich weiter.

Nachmittags hat sich das Wetter stabilisiert und die Wolken sind verschwunden. Der Radweg wird jetzt abseits der Straßen durch einen Wald geführt. Jetzt, ich habe bereits etwa 50 km zurückgelegt, sehe ich den Iren vor mir. Er ist an mir vorbeigezogen, als ich die Pause in Biarritz gemacht habe. Er überlegt, bald einen Campingplatz zu nehmen, ich möchte noch ein paar Kilometer weiterfahren und ziehe an ihm vorbei.

Um 17 Uhr habe ich inzwischen 75 km auf dem Tacho und entscheide mich, auch einen Campingplatz zu finden. Ich hätte gerne einen nah am Strand, aber die EV1-Route verläuft hier weit von der Küste entfernt. Der Weg ist jedoch so gut, dass ich ihn ungern verlassen möchte. Ein paar Kilometer weiter gibt es einen Campingplatz direkt an der EV1. Dort werde ich versuchen zu übernachten.

Um halb sechs bin ich am Campingplatz angekommen. Es ist ein sehr einfacher, aber auch sehr günstiger Campingplatz. Ich fahre noch ins Zentrum des Ortes und kaufe mir etwas zum Abendessen.