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2026-05-29, Freitag

Tag 25 (T: 74 Km / G: 2005 Km)

Heute Nacht war es sehr warm. Ich musste das Außenzelt offen lassen und habe zum ersten Mal auf den Schlafsack verzichtet und mich nur mit einer dünnen Vliesdecke zugedeckt. Vermutlich wird es ab jetzt immer so sein: Die Nächte werden um die 20 Grad (oder mehr) warm sein.

Um sieben stehe ich auf. Zum Frühstück esse ich jetzt Erdbeeren mit Sahne, die ich gestern gekauft habe. Eigentlich wollte ich die Erdbeeren gestern als Dessert nach den Tortellini Porcini essen, das war mir dann aber doch zu viel. Das Müsli mit Joghurt, das ursprünglich für das Frühstück gedacht war, bereite ich vor und nehme es mir für später auf den Weg mit.

Es hat bis 10 Uhr gedauert, bis ich losfuhr. Es sind bereits 29 Grad. Am besten wäre es, von 5 bis 11 Uhr zu fahren und am Abend von 18 bis 21 Uhr. Das lässt sich aber schwer mit den Übernachtungen arrangieren.

Ich fahre die ersten 16 km entlang der Küste und in L’Ampolla mache ich die erste Pause. In einer Bar möchte ich meinen Frühstückskaffee trinken. Bei der Hitze wäre ein Eiskaffee besser als ein Americano. Leider kennt man so etwas wie Eiskaffee hier nicht. Trotzdem bekomme ich eine Tasse Café Crème und dazu ein Glas mit drei Eiswürfeln. Nett. Danach nehme ich mir noch ein alkoholfreies Bier, ich muss heute viel trinken.

Jetzt verabschiede ich mich endgültig von dem Mittelmeer und fahre Richtung Tortosa. Der Weg führt durch Olivenplantagen und stets bergauf. Es geht; die Straße ist zwar asphaltiert, aber schon alt und voller Schlaglöcher, aber ich fahre langsam und mache viele Pausen.

Nach zwei Stunden erreiche ich die Passstelle.

Jetzt geht es bergab nach Tortosa.

In Tortosa mache ich eine längere Pause, trinke eine Art Eiskaffee und esse Eiscreme. Um 16 Uhr geht es dann weiter.

In Tortosa fängt eine Vía Verde an, ein Radweg auf einer stillgelegten Bahnlinie, der mich 100 Kilometer in Richtung Saragossa bringen würde. Diesen Weg fahre ich dann ab jetzt die nächsten 37 km bis zum Campingplatz in Bot.

Der Weg geht bergauf, aber wie das bei Bahnstrecken üblich ist, sehr moderat. Das freut den Radfahrer. Der Weg ist asphaltiert, aber nicht mehr in gutem Zustand. Für die Bergauffahrt ist er aber gut genug. Es ist eine sehr schöne, wilde Strecke mit sehr wenigen Ortschaften, vielen Tunneln und hohen Brücken über wilde Schluchten. Es gibt auch viel Schatten und in den Tunneln gibt es noch eine extra Abkühlung.

Am Campingplatz angekommen bin ich um halb acht. Der nette Herr an der Rezeption warnte mich vor dem starken Wind in dieser Nacht.

Die Parzellen sind hier aus Kies. Ich kann das Zelt nicht gut fixieren, die Heringe kann ich hier gar nicht verwenden. Ich habe eine Seite des Zeltes mit der Leine an einem Gebüsch befestigt und die andere am Fahrrad. Hoffentlich reicht das.

Tatsächlich wird der Wind ab 22 Uhr stärker und das Zelt wird ein bisschen geschüttelt, aber es hält Stand. Ich mache mir aber auch Sorgen um meine Wäsche. Wird sie morgen noch an der Wäscheleine hängen?