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2026-05-08

Tag 4 (T: 76 Km / G: 316 Km)

Die  Nacht war sehr unruhig.  Aus dem Nachbarzimmer hörte ich laute Gespräche und Musik. Im Gang  haben zwei Männer Gegenstände  geschoben und sich laut unterhalten. Zum Glück, ab halb zwölf hat sich alles beruhigt und ich  konnte endlich einschlafen.

Heute ein bisschen später, erst kurz vor sieben, bin ich wach geworden. Ohne Eile mache ich mich bereit für den neuen Tag. Frühestens um 9 Uhr werde ich loslegen. Es regnet nicht mehr, aber es ist immer noch kalt. Es werden noch Tage kommen,  an denen ich die  Frische am  Morgen genießen werde und möglichst früh starten werde.

Auf das Frühstück im Hotel habe ich verzichtet. Diese Leistung war extra und mit fast 15€ etwas überteuert (war da nicht mal eine MwSt-Senkung für Hotels und Gastronomie?). Heute habe ich wieder „Overnight“ Müsli, das ich mir gestern Abend vorbereitet habe, diesmal eine größere Portion.

Die Route führt mich erst nach Donaueschingen entlang der Donau. Es ist relativ flach und überwiegend asphaltiert. Es kommen immer wieder Radfahrer entgegen , die das schöne Wetter nutzen  und fahren den Donauradweg von  dem Ursprung flussabwärts . Vielleicht haben  sie eine größere Tour vor?

Donaueschingen fahre ich südlich um und jetzt geht es nach Titisee-Neustadt und es wird hügelig. Die Ortschaften auf dem Weg ergänzen gerne die Ortsnamen mit „im Hochschwarzwald“. Das spüre ich auch deutlich in den Beinen. Die Anstiege sind häufiger und heftiger geworden.

Bräunlingen

Um 13 Uhr kommt der Hunger. Die größere Portion Müsli hat doch gut gewirkt. Ich habe gerade Bräunlingen passiert und die nächste Möglichkeit etwas zum Essen zu bekommen wäre in etwa 20 km in Neustadt. Ich esse jetzt zwei Datteln und eine Handvoll Walnüsse, dazu ein bisschen Schokolade. Das sollte als Überbrückung passen.

Neustadt

In Neustadt bin ich um halb drei angekommen. Die meisten Restaurants schließen um 14 Uhr und öffnen erst wieder um 17 Uhr. Ein Kebab-Haus hat jedoch durchgehend offen und ich habe mir einen Dönerteller bestellt. Die Portion war groß und hat gut geschmeckt – genau das, was ich jetzt gebraucht habe. Jetzt geht es weiter Richtung Freiburg.

Es sind etwa 40 km zu fahren und nur ein Drittel davon bergauf. Google schlägt dafür zwei Stunden Fahrzeit vor und die Strecke deckt sich grundsätzlich mit meinem GPS-Track.

Ich kämpfe mich die Berge auf schmalen Straßen mit überraschend viel Autoverkehr hoch.

Als ich den höchsten Punkt meiner heutigen Tour erreicht hatte, verwandelte sich die Straße in einen Waldweg. Es sah eher nach einem Mountainbike-Trail aus als nach einer Tour für ein schwer beladenes Tourenfahrrad. Hätte ich mir die Strecke von Google doch nur genauer angeschaut!

Ich verlasse meinen gespeicherten GPS-Track und suche besser geeignete Waldwege.

Der Weg führte steil und holprig bergab. Ich konnte nicht schnell fahren und musste permanent bremsen. Erst nach etwa 3 km kam eine asphaltierte Straße, auf der ich mein Fahrrad laufen lassen konnte.

Es ist spät geworden. Die Rezeption am Campingplatz war nur bis 18 Uhr besetzt. Ich hatte dort angerufen, als ich meine Verspätung bemerkt hatte. Leider informierte mich nur ein Anrufbeantworter darüber, dass ich eine Reservierung online machen müsse. Ob eine Online-Reservierung tatsächlich noch funktioniert und ich dort übernachten kann, war mir zu diesem Zeitpunkt nicht mehr sicher. Ich entschied mich, wieder über Booking.com etwas zu suchen, und fand ein Hostel nah an der Strecke. Dort kam ich um halb acht an.

Mein GPS hatte heute zwei Aussetzer, und die Berechnung der Strecke ist nicht korrekt. Der Vergleich mit dem alten Tacho ergab: Es waren tatsächlich 83,5 km.