Tag 34 – Lulea
Halb drei bin ich wach. Kalt. Ziehe die Daunenjacke an und kuschelte mich wieder in meinen Schlafsack.
Um halb sieben stehe ich auf. In der Toilette, die ich gestern entdeckt habe, ist Heizung an. Hat der Arbeiter ihn gestern noch eingeschaltet? Jetzt ist es in diesem Raum super warm und ich ziehe mich hier um in die „Fahrradklamotten“.
Um neun Uhr starte ich Richtung Lulea. Der Himmel ist bedeckt und die Sonne hat es schwer, durch die Wolken zu kommen. Es regnet aber nicht.
Die Route führt jetzt auf Nebenstraßen, die sind breit wie Hauptstraßen, gutes Asphalt haben und Seitenspur für mich. Kein Verkehr. Auf den ersten 50 Kilometer sind an mir Dutzend Autos vorbeigefahren (in beiden Richtungen), ein Lkw und eine Gruppe von Motorradfahrer, die wahrscheinlich vom Nordkap zurückkommen. Einer hat sogar gewunken.
Gestern hat sich Micha gemeldet, mein Freund aus Augsburg, mit dem ich mich am Nordkap verabredet habe. Er sagte das Treffen ab. Sein Motorrad hat ein technisches Problem, das vor Ort nicht mehr zu beheben ist. Er hat es nur bis Ålesund geschafft und jetzt ist er auf Rückreise nach Augsburg.
Das ist schade, macht aber den Termindruck raus. Ich fahre aber weiter und schaue, wie weit ich komme? Ob mein Fahrrad und ich das zu Ende bringen?
Nachmittags verschlechtert sich das Wetter, von Süden ziehen dickere Wolken an. Es tröpfelt.
Um 19 Uhr bin ich in Lulea angekommen. Der Streckenabschnitt an der Ostseeküste ist zu Ende.



Morgen geht es ins Landesinnere, dann kurz durch Finnland und dann nach Norwegen. Es ist nicht mehr weit bis zum Ziel, aber jetzt wird die Herausforderung noch größer.In Lulea gehe ich wieder in ein Hotel. Ich habe heute die Küsten-Etappe abgeschlossen und eine gute Leistung gebracht. Ich möchte mich damit belohnen. In der Nacht wird es wieder regnen und es wird immer noch kalt. Und das ist der eigentliche Grund.
