Tag 8 – entlang des Elbe-Seitenkanals

Ich wache schon um 6 Uhr auf. Die Nacht war eisig kalt. Meine Wetter App meint, es waren 1,5°C. Ich will noch nicht aus dem Zelt in die Kälte raus. Doch die Natur (-bedürfnis) treibt mich raus. Also krieche ich widerwillig aus dem Schlafsack. Der erste Gang des Tages ist nicht freiwillig, aber unvermeidlich.

Ich mache mir etwas Warmes zum Frühstück, packe alles zusammen – und starte kurz nach 9 Uhr. Heute möchte ich zu Norbert kommen. Etwa 130 Kilometer liegen vor mir. Die Etappe ist flach, also theoretisch machbar. Mal sehen, wie weit mich die Beine tragen.

Zuerst muss ich durch Braunschweig – und das zieht sich. Auch hier gibt es viele Baustellen und Umleitungen, die den Weg verlängern und den Rhythmus bremsen. Nach 11 Kilometern, gegen 10 Uhr, habe ich die Stadt endlich hinter mir gelassen. Jetzt kann die eigentliche Etappe beginnen.

Nach wenigen Kilometern erreiche ich den Radweg entlang des Elbe-Seitenkanals. Ich folge ihm für insgesamt 50 Kilometer. Leider ist es ein Schotterweg und lässt sich schlecht fahren. Die Strecke ist zwar flach, aber landschaftlich eintönig. Der Kanal zieht sich schnurgerade dahin, ohne viel Abwechslung. Eine Etappe zum Durchhalten, nicht zum Genießen.

Ich komme nicht voran so schnell wie ich mir gedacht habe. Dazu meldete sich meine Sitzfläche schmerzlich wieder. Um 18 Uhr treffe ich die Entscheidung: Schluss für heute. Ich suche mir ein Hotel und beende die Etappe früher als geplant. Im Hotel bin ich um 19 Uhr angekommen.

Die 100 km Marke habe ich knapp verpasst. Für morgen bleiben mir noch etwa 35 km übrig.

Es handelt sich um ein Landhotel mit einfachen Zimmern. In der Dusche gibt es ausschließlich heißes Wasser – so heiß, dass es Verbrennungen verursachen kann. Leider war an der Rezeption niemand mehr erreichbar, der meine Beschwerde entgegennehmen und eine Verbesserung veranlassen konnte. Zum Glück bot mir der Koch des Restaurants an, die Dusche in seiunem ZImmer zu benutzen. Zwar ist das nicht die Leistung, für die ich bezahlt habe, doch immerhin eine praktikable Übergangslösung.