Tag 5 – durch Thüringer Wald

Kurz nach 9 Uhr war ich fertig zum Fahrt. Wie erwartet, war die Anmeldung am Morgen geöffnet. Ich konnte die 10 € für die Übernachtung noch vor der Abfahrt problemlos bezahlen.

Das Wetter hat sich kaum verändert: sonnig und windig. Allerdings ist der Wind heute noch kälter als gestern – schneidend, fast schon nordisch. Die Sonne täuscht ein wenig Wärme vor, aber sobald man in den Schatten oder Gegenwind gerät, merkt man schnell, wie frisch es wirklich ist.

Nach nur 4 Kilometern kam der erste Anstieg – und er hatte es in sich. Ich musste das Fahrrad schieben, Hochfahren war keine Option. Vielleicht hätte ich es mit weniger Gepäck geschafft. Vielleicht vor fünf Jahren.

Der Anstieg zog sich – etwa 6 Kilometer lang, steil und zäh. Aber danach ging es meist bergab. Und mit jedem Meter wurde mir klar: Ich habe den Thüringer Wald endlich hinter mir gelassen. Die letzten 40 Kilometer bis Erfurt sind leicht zu fahren – es geht fast durchgehend bergab.

Der Weg führt direkt am Erdurter Dom vorbei. Ich biege nur noch kurz ins Zentrum ab, dann geht es weiter 10 Kilometer in Richtung Campingplatz.

Erfurt überrascht mich positiv: Die Radwege sind hervorragend ausgebaut – breit, gut beschildert und vom Autoverkehr getrennt. Viel Grün säumt den Weg, es gibt Erholungsflächen, Spazierwege und kleine Parks. Eine Stadt, die Radfahrer willkommen heißt.

Am Campingplatz kam ich kurz nach 19 Uhr an. Heute waren es 90 km und 708 Höhenmeter.

Ich habe die Anstrengung, mit dem ganzen Gepäck durch die Berge zu fahren, eindeutig unterschätzt. Im Thüringer Wald habe ich einen ganzen Tag länger gebraucht als geplant.

Die nächsten Berge warten schon – im Harz. Wird es dort genauso sein? Ich weiß es nicht. Aber ich ahne: Es wird nicht leichter. Nur anders.